Gesundheitspolitische
Forderungen

Worüber Sie sich hier informieren können:
• Unsere Forderungen an die Gesundheitspolitik
• Hintergründe unserer Forderungen

"In kaum einem Bereich unseres Gesundheitswesens kann man mit konsequenter politischer Führung so viel erreichen wie bei Sepsis. Wir fordern deshalb alle Verantwortlichen auf, Sepsis zu einem prioritären Thema ihres Handelns zu machen und in allen Maßnahmen von Anfang an mitzudenken! Patientensicherheit in einem der teuersten Gesundheitssysteme der Welt gibt es nur, wenn wir gemeinsam wesentliche Verbesserungen bei Sepsis erreichen!"

Zitat von Prof. Dr. Konrad Reinhart, ML

Vorsitzender Sepsis-Stiftung
Senior Professor
Sepsis Awareness and Advocacy
Charité Universitätsmedizin
BIH Visiting Professor/Stiftung Charité
Founding President Global Sepsis Alliance

Mehr Anstrengungen rund um Sepsis können viele Menschenleben retten und gleichzeitig Kosten senken. Wir wünschen uns, dass Sepsis zu einem der wichtigsten Themen der Gesundheitspolitik wird.

Die Sepsis-Stiftung setzt sich aktiv für die Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Sepsis auf politischer Ebene ein. Unser zentrales Anliegen ist deshalb, die Bedeutung des Themas Sepsis in Politik und Öffentlichkeit zu verankern. In diesem Bereich finden Sie unsere aktuellen Stellungnahmen und politischen Forderungen, die wir mit Fachleuten, Betroffenen und der breiten Öffentlichkeit teilen, um ein Bewusstsein für Sepsis zu stärken und konkrete politische Maßnahmen anzustoßen.

Ein zentrales Ziel unserer politischen Arbeit ist es, die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Sepsis zu verbessern. Wir fordern, dass Sepsis als Bestandteil der standardisierten Notfallversorgung in Deutschland integriert wird. Dies muss durch gezielte Fortbildungsprogramme und spezialisierte Schulungen für medizinisches Personal unterstützt werden.

Frühzeitige Sepsis-Erkennung im Gesundheitssystem:

Unsere wichtigsten Anliegen

Die meisten Sepsis-Erkrankungen entwickeln sich zu Hause. Dann kommt es darauf an, dass die Bürgerinnen und Bürger die Anzeichen für Sepsis sicher erkennen und reagieren können. Wir fordern deshalb eine breit angelegte, nachhaltige Aufklärungskampagne in der Hand der BZgA.

Die Erfolge beim Thema HIV/AIDS zeigen, wie es geht!

Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung:

Wir fordern eine verstärkte Finanzierung und Unterstützung der Sepsis-Forschung. Neue Erkenntnisse und innovative Ansätze sind entscheidend, um wirksame Behandlungsoptionen zu entwickeln und die Mortalität durch Sepsis langfristig zu senken. Die Sepsis-Stiftung setzt sich für eine Erhöhung der Forschungsinvestitionen auf nationaler und internationaler Ebene ein.

Förderung der Sepsis-Forschung:

Sepsis kennt keine Grenzen. Die Sepsis Stiftung unterstützt die weltweite Initiative „2030 Global Agenda of Sepsis“, die darauf abzielt, bis 2030 die Zahl der Sepsis-Todesfälle weltweit zu halbieren. Wir fordern die Politik auf, sich aktiv an dieser globalen Agenda zu beteiligen und Maßnahmen zu ergreifen, um Sepsis auch international zu bekämpfen.

Unterstützung der "2030 Global Agenda of Sepsis":

Die Sepsis Stiftung fordert, dass Sepsis endlich als Gesundheitspriorität auf politischer Ebene anerkannt wird.

Die Einführung einer nationalen Strategie zur Sepsisbekämpfung, die Prävention, frühe Diagnostik und eine schnelle Behandlung umfasst, ist dringend notwendig. Diese Strategie sollte die Grundlage für eine verbesserte Versorgung von Sepsis-Patienten in Deutschland bilden.

Sepsis als nationale Gesundheitspriorität:

Unsere Stellungnahmen und Forderungen

Aufruf bei UN-Generalversammlung zu Pandemievorsorge: Deutschland braucht Nationale Infektionsmanagementstrategie

(Berlin/New York, 30. September 2026) Im Rahmen der diesjährigen UN-Generalversammlung in New York hat Dr. Mariam Jashi bei einem hochrangigen Treffen zur Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion gefordert, Sepsis als integralen Bestandteil dieser Politik zu behandeln. Jashi sprach im Namen der Global Sepsis Alliance und der Medical Women’s International Association. Die Sepsis-Stiftung unterstützt diesen Call for Action und fordert, Sepsis in internationalen Pandemierahmenwerken ebenso wie in der deutschen Gesundheits- und Pandemievorsorge ausdrücklich zu priorisieren.

Deutschland muss jährlich mindestens 10.000 sepsisbedingte Todesfälle verhindern

(Berlin, 31. August 2026) Sepsis-Stiftung legt zum World Sepsis Day das „Sepsis-Dossier Deutschland 2026“ vor: Acht konkrete Forderungen verbinden die bislang häufig getrennt bearbeiteten Handlungsfelder Infektionsprävention, Pandemiebereitschaft, Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen und den zeitkritischen Notfall Sepsis und können im Rahmen einer Nationalen Infektionsmanagementstrategie wirksamer und kosteneffizienter umgesetzt werden.

Unsichtbare Todesursache Sepsis: Warum Deutschland ein Wahrnehmungsproblem hat

Berlin, 03. Juni 2026) Sepsis verursacht jedes Jahr etwa 140.000 Todesfälle, Hunderttausende Langzeitfolgen und Kosten von über 30 Milliarden Euro. Doch Deutschland hat ein Wahrnehmungsproblem. Die WHO-Forderung nach konsequenter Verwendung des Begriffs „Sepsis“ wird seit 2017 nur unzureichend umgesetzt. In Medien, Gesundheitsberichterstattung und öffentlicher Kommunikation wird die Erkrankung häufig nicht ausdrücklich benannt.

Martha’s Rule“ rettet Leben – Sepsis-Stiftung fordert stärkere Stimme für Patienten und Familien

(Berlin, 20 März 2026) Die Sepsis-Stiftung fordert nach dem Vorbild der britischen „Martha’s Rule“ mehr Mitsprache für Patienten und Angehörige in Deutschland.
Die 2024 in England eingeführte Regel erlaubt es Familien, bei Sorgen eine dringende Zweitmeinung einzufordern. Daten des NHS belegen den Erfolg: Rund 450 lebensrettende Interventionen wurden so bereits ausgelöst. Hintergrund ist der Tod der 13-jährigen Martha Mills an Sepsis, deren Symptome vom Personal nicht ernst genommen wurden. Da Sepsis eine der häufigsten vermeidbaren Todesursachen ist, betont die Stiftung, dass Angehörige Verschlechterungen oft früh erkennen. Klare Strukturen für Zweitmeinungen könnten auch hierzulande Leben retten.

Weltweiter Sepsis-Bericht: Immenser Handlungsbedarf in Deutschland – Sterblichkeit stagniert auf hohem Niveau

(22. Oktober 2025) Der neue „Global Burden of Disease“-Bericht zeigt: In Deutschland stagniert die Sepsis-Sterblichkeit seit Jahrzehnten auf hohem Niveau, während sie weltweit gesunken ist. 2021 starben hierzulande 211.000 Menschen an Sepsis (247 pro 100.000 Ew.), deutlich mehr als in Ländern wie Australien oder der Schweiz. Die Überlebenschancen sind besonders bei Harnwegs- und Bauchraum-Infektionen schlechter, auch Neugeborene sind stärker gefährdet.

Dringender Appell an die kommende Bundesregierung: Nehmen Sie Sepsis in die nationale Gesundheitsstrategie auf!

(Berlin, 7. April 2025) Sepsis – die schwerste Komplikation von Infektionen - betrifft jedes Jahr in Deutschland circa 500.000 Menschen. Etwa 140.000 der Betroffenen versterben, die überwiegende Mehrheit der Überlebenden leidet an schweren Krankheitsfolgen. Tragisch ist, dass ein Großteil der Todesfälle und Folgeschäden durch bessere Prävention und schnelleres Behandeln vermeidbar wäre. Trotz ihrer verheerenden Auswirkungen auf die Betroffenen, die Gesellschaft und die Wirtschaft schenken die politischen Entscheidungsträger der Sepsis viel zu wenig Aufmerksamkeit.

Stärkung der Patientenrechte im Zusammenhang mit vermuteten Behandlungsfehlern

Hintergrund: Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Etwa 75 % der Überlebenden sind von teils schweren, lebensverändernden Langzeitfolgen betroffen wie z.B. Amputationen, dauerhafte Organschäden, reduzierte geistige Leistungsfähigkeit oder psychische Erkrankungen. Etwa 50 % der Todesfälle und auch der schweren Langzeitfolgen könnten durch bessere Infektionsprävention, frühere Erkennung des Krankheitsbildes sowohl im häuslichen Umfeld als auch durch medizinisches Fachpersonal und eine verbesserte, stringente Versorgung abgewendet werden. Auch nach der Akutversorgung sehen sich Betroffene häufig Problemen gegenüber, weil es bisher keine gezielte Nachsorge bei Sepsis gibt.

2030 Global Agenda for Sepsis

Im Bundestag wurde die „2030 Global Agenda for Sepsis“ präsentiert, eine Initiative der Global Sepsis Alliance und der Sepsis Stiftung, die mit 70 weltweiten Partnerorganisationen eine Strategie zur Reduktion der Sepsis-Sterblichkeit und Langzeitfolgen entwickelt hat. Ziel der Agenda ist es, durch koordinierte Anstrengungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene die globale Belastung durch Sepsis signifikant zu senken. Besonders betont werden die frühzeitige Diagnose, die verbesserte Aufklärung von Bevölkerung und Ärzteschaft sowie die flächendeckende Einführung von Notfallprotokollen in Krankenhäusern. Schirmherren der Agenda sind der WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus und Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach. Die Sepsis Stiftung unterstreicht, dass diese Agenda ein wichtiger Schritt ist, um die Forderungen der WHO Sepsis Resolution weltweit umzusetzen und fordert die Politik in Deutschland dazu auf, Sepsis dementsprechend zu einem prioritären Handlungsfeld der Gesundheitspolitik zu machen.

Anhörung des Gesundheitsausschusses zur Sepsis-Sterblichkeit

Die Sepsis Stiftung fordert dringend effektive Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Sepsis-Sterblichkeit in Deutschland. Jährlich erkranken über 500.000 Menschen, von denen 140.000 sterben – eine Quote, die in anderen Ländern bereits halbiert wurde. Zentrale Maßnahmen sind eine bessere Impfprävention, Aufklärung der Bevölkerung und des medizinischen Personals sowie eine gezielte Krankenhausreform. Besonders problematisch sind finanzielle Fehlanreize, die eine frühzeitige und effektive Behandlung erschweren. Eine transparente Berichterstattung und Digitalisierung der Versorgungsdaten könnten zusätzlich helfen, Leben zu retten. Die Bundesregierung wird aufgefordert, die WHO-Sepsis-Resolution konsequent umzusetzen.

Aufforderung an die Gesundheitspolitik:

Die Sepsis Stiftung fordert die Gesundheitspolitik auf, Sepsis als eine dringende, nationale und internationale Herausforderung anzuerkennen. Nur durch entschlossene politische Maßnahmen – auf globaler, nationaler und lokaler Ebene – können wir die Krankheitslast der Sepsis spürbar verringern und die Versorgung der betroffenen Menschen verbessern. Wir setzen uns für eine wirksame Steigerung der Sepsis-Awareness, eine bessere Ausbildung der medizinischen Fachkräfte, eine stärkere Forschungsförderung und eine nationale Strategie ein, die Sepsis als vorrangiges Handlungsfeld der Gesundheitspolitik behandelt.

Die Sepsis Stiftung engagiert sich für eine stärkere politische Aufmerksamkeit, bessere Früherkennung und wirksamere Behandlung von Sepsis. Wir fordern eine nationale Strategie, verstärkte Forschungsförderung und gezielte Aufklärungskampagnen.

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