Fachinformationen
Sepsis braucht dringend höhere Bewusstwerdung in allen Bereichen der Gesellschaft. Die meisten Todesfälle und Langzeitfolgen wären durch Früherkennung und Prävention vermeidbar.
Was Sie hier finden:
• Informationen und Materialien für Fachkräfte und Ersthelfende
Für die Herausgabe an Patientinnen und Patienten nach Sepsis
Zwei Kurzinformationen für die Zeit nach einer Sepsis
Die folgende herunterladbare Kurzinformation und ein entsprechender aktueller Flyer für Betroffene und Angehörige wurden auf Anregung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bzw. mit dessen Unterstützung entwickelt.
Beide Dokumente können bei der Entlassung im Krankenhaus mitgegeben, oder hier heruntergeladen werden.
Patienten sollten nach einer überstandenen Sepsis idealerweise sofortige Orientierungshilfe erhalten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sepsis-Folgen noch immer vielen Behandlern nicht hinreichend bekannt sind. Sepsis-Folgen können daher lange unerkannt bleiben.
Sepsis findet bei uns in Deutschland auch unter Fachkräften u. a. aufgrund fehlender Thematisierung in Studium und Ausbildung noch immer nicht genügend Beachtung.
Der neue „Global Burden of Disease“-Bericht zeigt: In Deutschland stagniert die Sepsis-Sterblichkeit seit Jahrzehnten auf hohem Niveau, während sie weltweit gesunken ist. 2021 starben hierzulande 211.000 Menschen an Sepsis (247 pro 100.000 Ew.), deutlich mehr als in Ländern wie Australien oder der Schweiz. Die Überlebenschancen sind besonders bei Harnwegs- und Bauchraum-Infektionen schlechter, auch Neugeborene sind stärker gefährdet.
Sepsis verursacht zudem 32,7 Mrd. € Behandlungskosten jährlich.
Die WHO fordert seit 2017 umfangreiche Maßnahmen von den Mitgliedsstatten
Sepsis wird dort als "gemeinsame Endstrecke" von tödlich verlaufenden Infektionserkrankungen bezeichnet. Unter Anderem fordert die WHO, in der Kommunikation mit Patienten, Angehörigen und der Öffentlichkeit, bewusst den Begriff Sepsis zu verwenden.
WHO Sepsis Resolution 2017 (PDF)⭳
- deutsche Übersetzung (nichtamtlich)(PDF)⭳
WHO Sepsis Sekretariat Report 2017 (PDF)⭳
- deutsche Übersetzung (nichtamtlich)(PDF)⭳
Praktische Arbeitshilfen
Poster zur Sepsis-Behandlung
Unser Poster „Sepsis erkennen – Leben retten“ richtet sich an Fachpersonal und bietet eine übersichtliche Darstellung der häufigsten Symptome und Risikogruppen für Sepsis. Es hilft, Sepsis schnell zu erkennen und zeigt wichtige Handlungsschritte, wie die sofortige Messung von Laktat und die frühzeitige Verabreichung von Antibiotika, um das Leben von Patienten zu retten.
Kitteltaschenkarten zur Sepsis-Behandlung
Die Kitteltaschenkarten zur Sepsis-Behandlung bieten Fachpersonal eine kompakte Übersicht, um Sepsis schnell zu erkennen und korrekt zu behandeln. Sie enthalten wesentliche Informationen zu Symptomen, Risikofaktoren und sofort einzuleitenden Maßnahmen, wie Laktatmessung und frühzeitige Antibiotikagabe, um das Leben der Patienten zu retten.
Sepsis-Checkliste
Unsere Sepsis-Checkliste für Erwachsene zeigt übersichtlich die wichtigsten Warnzeichen, Risikofaktoren und Symptome, sowie konkrete Handlungsempfehlungen.
Sepsis-Checkliste speziell für Babys und Kinder
Für Kinder: Speziell auf junge Patienten abgestimmte Warnzeichen und Handlungsanweisungen finden Sie in unserer Kinder-Checkliste.
In jedem Fachbereich, in dem mit Menschen gearbeitet wird, können visuelle Arbeitshilfen sehr hilfreich sein.
Jeder von uns sollte sich fragen: Habe ich an Sepsis gedacht?
Denn eine Sepsis kann aus prinzipiell jedem Infekt entstehen.
Vor allem, wenn wir mit Menschen arbeiten, sollten wir an Sepsis denken. Sei es in Medizin, Pflege, Pädagogik oder einem ganz anderen Bereich. Auch im Alltag können wir Leben retten, wenn wir wissen, was als Ersthelfende zu tun ist.
Eindrücke und Sorgen von Angehörigen können wertvolle Hinweise liefern und Leben retten!
Dies zeigt auf eindrucksvolle Weise die "Martha´s Rule". Diese richtungsweisende Regel wurde in Großbritannien nach dem Tod einer 13-jährigen Patientin durch Sepsis eingeführt.
Z.E.I.T Arbeitsblatt Sepsis für Ersthelferinnen & Ersthelfer
Das Factsheet „Sepsis in der Ersten Hilfe“ informiert Ersthelfer über die Symptome und Risikogruppen von Sepsis und gibt klare Handlungsempfehlungen, wie bei Verdacht sofort der Rettungsdienst verständigt werden kann. Es hilft, Sepsis schnell zu erkennen und die richtigen Schritte einzuleiten, um Leben zu retten.
Fallbeispiele für Sepsis in der Ersten Hilfe
Die verschiedenen Fallbeispiele für Ersthelfende zeigen, wie wichtig es ist, bei Verdacht auf Sepsis schnell zu handeln und den Notruf zu wählen.
Mit klaren Erste-Hilfe-Maßnahmen wie dem Lockern der Kleidung, der Unterstützung der Atmung und fiebersenkenden Maßnahmen kann eine schnelle Reaktion Leben retten.
Speziell für Ersthelfende
Jeder Mensch könnte unverhofft zum Ersthelfenden werden! Zusätzlich zu den allgemeinen Arbeitshilfen, wurden Informationen speziell für Sepsis in der Ersten Hilfe entwickelt.
Sepsis wird noch immer zu selten erfasst
Nur etwa die Hälfte der tatsächlichen Sepsisfälle wurde in einer Auswertung des Projektes OPTIMISE überhaupt als „Sepsis“ dokumentiert. Die Sensitivität der Kodierung lag je nach Krankenhaus zwischen 10,7 % und 58,5 %.
Mehrere Validierungsstudien aus den USA, Schweden und Deutschland zeigen, dass administrative Routinedaten einen erheblichen Teil der klinisch vorhandenen Sepsisfälle nicht erfassen. Im Vergleich zu klinischen Aktenprüfungen oder elektronischen Gesundheitsdaten erfassen explizite ICD-Sepsiscodes häufig nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der tatsächlichen Fälle.
Unser kostenfreies Beratungstelefon für Betroffene richtet sich auch an Fachkräfte.
Melden Sie sich mit Ihren Fragen gerne telefonisch oder per E-Mail bei uns.
Beratungstelefon für Fachkräfte
Qualitätssicherung
Seiteninhalt zuletzt geprüft: 27.03.2026
Literatur (Auswahl)
Surviving Sepsis Campaign 2026 (Intensive Care Med.); Singer 2016 (JAMA); Evans 2021 (Intensive Care Med.); Rudd 2020 (Lancet); S3-Leitlinie Sepsis (AWMF 079-001); WHO Sepsis Resolution 2017; WHO Sepsis Report 2017; Berlin Declaration on Sepsis 2017; Memorandum Nationaler Sepsisplan Deutschland; Almond 2009 (BMJ);
Fleischmann-Struzek C., Rose N., Reinhart K. (2021/2022); Schwarzkopf et al. (2023); Karakike 2021 (Crit Care Med.); Rhee 2017 (JAMA); Mellhammar L. et al. 2023 (JAMA); Fleischmann-Struzek et al. 2025 (The Lancet)
NICE 2016 (NG51); NEWS2 2017 (RCP); Van den Bruel 2010 (The Lancet); Van den Bruel 2012 (BMJ); Stolper 2013 (BMC Fam Pract.)
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