Initiativen, Netzwerke und Vorreiterregionen
Deutschland liegt bei Sepsis im internationalen Vergleich gegenüber vielen Staaten deutlich zurück.
Was Sie hier tun können:
• Über Sepsis-bezogene Netzwerke, Initiativen, Projekte informieren
• Vorreiterregionen kennenlernen
Sepsis-Vorreiterregionen


Mein-Taunus-Kreis
Wissen rettet Leben. Der Main-Taunus-Kreis (MTK) ist unsere erste Vorreiterregion für Sepsis-Prävention in Deutschland.
Gemeinsam mit regionalen Akteuren, Fachgesellschaften und politischen Entscheidungsträgern wird hier modellhaft umgesetzt, was künftig bundesweit gelten soll: flächendeckende Aufklärung, strukturierte Prävention und praxisnahe Fortbildungsangebote für Fachpersonal.
Das Programm reicht von Informationsmaterialien für Bürgerinnen und Bürger bis hin zu Fortbildungen für medizinisches Fachpersonal, Schulen und Einrichtungen – und macht den MTK zu einem starken Partner im Kampf gegen Sepsis.
Wie unsere Initiative Kids/Mum wurde auch die Vorreiterregion MTK für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert – eine Anerkennung, die unterstreicht, wie relevant, innovativ und zukunftsweisend das Projekt ist. So zeigt der MTK, dass regionale Verantwortung zum nationalen und internationalen Vorbild werden kann.


Jülich rüstet gegen Sepsis
Jülich rüstet gegen Sepsis – unter dem Titel JANN-190 entsteht durch den Einsatz einer betroffenen Mutter aktuell eine Initiative für eine neue Vorreiterregion in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Fachgesellschaften, Kliniken und politischen Partnern werden Informationsangebote für Bürger:innen aufgebaut, Fortbildungen für Fachpersonal entwickelt und Strukturen zur schnellen Erkennung und Prävention gestärkt. Ebenso wie im Main-Taunus-Kreis geht dieses Projekt maßgeblich auf die Initiative von Betroffenen und Hinterbliebenen zurück, befindet sich allerdings derzeit im Aufbau. Damit sind beide Regionen ein eindrucksvoller Beweis dafür, was erreicht werden kann, wenn gelebte Expertise ernst genommen wird – und nicht zur Fußnote verkommt.
Gesundheitspolitik
Nationaler Sepsis-Plan für Deutschland!
Seit 2013: Mit der Forderung der Sepsis-Stiftung war Deutschland das erste Land, welches bereits 2013 einen nationalen Sepsis-Plan forderte.
Nach der Verabschiedung der WHO Sepsis-Resolution 2017 hat die Sepsis-Stiftung ihre seit 2013 bestehende Forderung nach einem nationalen Sepsis-Plan erneuert.


Gesundheitsreform jetzt!
Bereits 2022 hat sich die Sepsis-Stiftung gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit für eine Reform unseres Gesundheitssystems eingesetzt. Der Mythos, Deutschland habe „eines der besten Gesundheitssysteme der Welt“, soll Wirklichkeit werden: Mehr als 200.000 vermeidbare Todesfälle pro Jahr sind zu viel!
Mit breiter Unterstützung wurde die Initiative Gesundheitsreform.jetzt ins Leben gerufen. Ein Appell von Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden, Ärzten, Forschenden, Akteuren im Gesundheitssystem und Mitgliedern der Zivilgesellschaft.


Bundestags-Petition Nr. 184929 - Petition einer Betroffenen für einen nationalen Sepsis-Plan
Mit der Petition wird gefordert, Sepsis als nationale Gesundheitskrise anzuerkennen und einen verbindlichen Nationalen Sepsis-Plan umzusetzen. Dieser soll Aufklärung, Früherkennung, Behandlung und Nachsorge verbessern – um tausende vermeidbare Todesfälle zu verhindern, Leid zu reduzieren und milliardenschwere Folgekosten im Gesundheitssystem zu senken.
Ins Leben gerufen und betreut wird die Petition durch Heike Spreter-Krick, eine Sepsis-Überlebende.
Die Petition benötigt weitere Stimmen!
Petition beim Deutschen Bundestag mitzeichnen
Projekte und nationale Initiativen


Sepsis.science - Sepsis verstehen. Leben retten.
Die Website sepsis.science der Sepsis-Stiftung bietet umfassende, evidenzbasierte Informationen rund um das Thema Sepsis – von der Prävention über die Früherkennung bis hin zur Nachsorge. Sie richtet sich sowohl an medizinisches Fachpersonal als auch an Betroffene und Interessierte.
Ein zentrales Element der Seite ist die umfangreiche Literaturdatenbank, die eine qualifizierte Auswahl aktueller, unabhängiger Informationen zur Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Sepsis bereithält. Aufgrund enger pathophysiologischer Verknüpfungen sind auch Publikationen zur COVID-19-Erkrankung enthalten – unabhängig davon, ob ein septischer Verlauf vorlag. Die Datenbank wird wöchentlich durch systematische Literatursuche in der Medline-Datenbank der National Library of Medicine aktualisiert und von einem Redaktionsteam auf Relevanz geprüft. Die Auswahl basiert auf Literaturverzeichnissen anerkannter Leitlinien, internationalen Fachgesellschaften, systematischen Reviews und Expertenempfehlungen.
Ergänzt wird das Informationsangebot durch eine FAQ-Sektion, in der häufig gestellte Fragen rund um Sepsis verständlich beantwortet werden.
Besuchen Sie sepsis.science, um mehr über Sepsis zu erfahren – und wie Sie sich und andere schützen können.


AVENIR
Verbesserung der Versorgung von Sepsispatienten: Analyse von Versorgungspfaden, -erfahrungen und -bedarfen von Patienten mit und nach Sepsiserkrankung.
Das vom Gemeinsamen Bundesausschuss geförderte Projekt AVENIR hat sich zum Ziel gesetzt, die Sepsis-Versorgung in Deutschland anhand der Erforschung der Versorgungspfade und Erfahrungen von Betroffenen zu verbessern.


SepWiss
Ein abgeschlossenes Innovationsfonds-Projekt. Im Projekt SepsisWissen (Akronym: SepWiss) sollten effektive, evidenzbasierte Kommunikationsstrategien zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Personen mit einer erhöhten Anfälligkeit für Sepsis entwickelt und getestet werden.
Dazu soll die Kenntnis der Frühwarnsymptome für eine Sepsis verbessert und der Zusammenhang zwischen Sepsis und Impfschutz vermittelt werden. Die zentralen Kampagnenbotschaften lauten deshalb: „Sepsis früh erkennen rettet Leben“ und „Impfen hilft, Sepsis zu vermeiden“.
Weitere Infos.
SEPFROK – Sepsis: Folgeerkrankungen, Risikofaktoren, Versorgung und Kosten
50 bis 60 Prozent der Sepsis-Patienten überleben die Erkrankung, können danach jedoch unter erheblichen und oft chronischen körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen leiden. Ausmaß und Art dieser Folgen sind bislang unbekannt. Spezifische Behandlungsangebote für die Betroffenen fehlen. Deshalb untersuchte das Projekt SEPFROK erstmals bundesweit die Folgen einer Sepsis auf Basis von Versichertendaten der AOK: Welcher Art sind die Sepsisfolgen, wie häufig und zu welchen Zeitpunkten treten sie auf? Welche Kosten verursachen und welche Ressourcen verbrauchen sie? SEPFROK untersucht dabei einen Zeitraum von bis zu drei Jahren nach Sepsis-Erkrankung. So sollen Patientenmerkmale und Behandlungen identifiziert werden, die Risikofaktoren für schwere oder kostenintensive Sepsisfolgen sind.
SEPFROK
OPTIMISE: Validierung und Optimierung der Nutzbarkeit von Routinedaten zur Qualitätsverbesserung des Sepsis-Managements im Krankenhaus
Im Projekt OPTIMISE wurde anhand von 10.000 Fällen untersucht, wie gut die Sepsis und deren Risikofaktoren in den Abrechnungsdaten von Krankenhäusern abgebildet sind und welche Gründe es für eine unzureichende Kodierung geben könnte. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Abrechnungsdaten nicht die tatsächlichen höheren Fallzahlen abbilden. Grund ist unter anderem die seit 2020 geltende neue Sepsisdefinition. Zudem wurden Unterschiede in der Häufigkeit oder Sterblichkeit durch die Sepsis zwischen den teilnehmenden Krankenhäusern festgestellt.
OPTIMISE


Kids/Mum Sepsiskompetenz - (In Vorbereitung – mit Unterstützungsbedarf)
Ziel des Kids/Mum-Sepsiskompetenz-Projekts ist die Steigerung des Bewusstseins für Sepsis bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Müttern, Betroffenen und medizinischen Versorgern.
Die breite Unterstützung für das Kids/Mum-Sepsiskompetenz-Projekt ist beispielgebend und ermutigend.
Der Start des Projekts war an eine öffentliche Förderung gebunden. Die erwartete Förderung im Rahmen des Projekts „Deutschland erkennt Sepsis“ blieb allerdings aus.
Aufgrund der hohen Wichtigkeit des Projekts wird die Umsetzung nicht aufgegeben. Es wird ein erneuter Förderantrag gestellt und nach einer Ermöglichung durch Spenden für das Projekt gesucht.


Deutschland erkennt Sepsis
Die Kampagne will bundesweit auf Sepsis aufmerksam machen und klärt über die Prävention, Symptome, Diagnose und Behandlung von Sepsis auf.
Damit mehr Menschen die Gefahr einer Sepsis erkennen, selbstwirksam handeln und sich selbst sowie ihre Mitmenschen schützen können, stellt sie außerdem verschiedene Informationsmaterialien zur Verfügung. Ob als Patient:in, Angehörige:r oder medizinisches Fachpersonal – wir alle können etwas tun, um Sepsis und die zahlreichen Todesfälle zu vermeiden.
Bis einschließlich 2024 war die Sepsis-Stiftung Partner der Kampagne. Wir danken allen Kooperationspartnern für die Zusammenarbeit.
„Könnte es Sepsis sein?“ muss eine selbstverständliche Frage werden, um Leben zu retten!


Sepsis - "Forum"
Das Sepsis-Forum der Sepsis-Stiftung ist eine Veranstaltungsreihe, bei der jeweils unterschiedliche Aspekte von Sepsis beleuchtet und diskutiert werden.
Beim ersten Sepsis-Forum im Juni 2021 ging es beispielsweise um den Zusammenhang von Sepsis- und COVID-19-Folgen.
Unter dem Titel „Langzeitfolgen von Sepsis und COVID-19 – Herausforderungen für Betroffene, die Wissenschaft und das Gesundheitssystem“ sprachen Expertinnen und Experten über Sepsis- und COVID-19-Folgen sowie deren Behandlung, Betroffene berichteten von ihren Erfahrungen und Vertreter von Kostenträgern sowie Klinikleitungen diskutierten den Weg zu sepsisspezifischen Rehabilitationskonzepten.
Beim „Gesundheitspolitischen Forum“ im September 2021 aus Anlass der Bundestagswahl 2021 hat die Sepsis-Stiftung die Parteien CDU/CSU, SPD, „Die Grünen“, „Die Linke“ sowie FDP gebeten, die Sepsis-relevante Wahlprüfsteine zu beantworten.
Internationale Initiativen und Netzwerke


Global Sepsis Alliance (GSA)
Die Global Sepsis Alliance ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Fachleuten aus über 70 Ländern mit dem Ziel, das Bewusstsein für Sepsis weltweit zu erhöhen und Unterstützung für Betroffene zu bieten. Sie organisiert unter anderem den jährlichen Welt-Sepsis-Tag am 13. September, um durch vielfältige Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf dieses kritische Gesundheitsproblem zu lenken.
Global Sepsis Alliance


2030 Globale Agenda für Sepsis
Die 2030 Globale Agenda für Sepsis wurde am 10. September 2024 im Deutschen Bundestag vorgestellt. Ermöglicht wurde dies durch das Engagement von Prof. Dr. Andrew Ullmann (MdB) und in Zusammenarbeit mit dem UNITE - Parlamentariernetzwerk für Globale Gesundheit sowie der Sepsis Stiftung. Besonders gewürdigt wurde die Schirmherrschaft von Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus (Generaldirektor der WHO) und Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach. Die Veranstaltung bot einen wichtigen Austausch über die Zukunft der Sepsis-Prävention und -Behandlung, mit hochkarätigen Rednern wie Prof. Konrad Reinhart und Dr. Mariam Jashi.


European Sepsis Alliance (ESA)
Die European Sepsis Alliance arbeitet mit Mitgliedsorganisationen, Regierungen, der Europäischen Union, der Weltgesundheitsorganisation und engagierten Einzelpersonen zusammen, um die Priorisierung, Diagnose und Behandlung von Sepsis in Europa zu verbessern. Sie setzt sich dafür ein, Sepsis in den nationalen Gesundheitssystemen der europäischen Länder stärker zu verankern und die Umsetzung der WHA 70.7 Sepsis Resolution von 2017 voranzutreiben.


"Revealing the Burden of Sepsis" for patients & their families
Am 09. September 2024 wurde auf dem Patientengipfel in Paris die „Paris Declaration“ vorgestellt, die nun im Lancet veröffentlicht wurde. Der Plan fordert europäische Staats- und Regierungschefs zu dringenden Maßnahmen auf, um die Situation von Sepsis-Patienten in Europa zu verbessern. Die Deklaration verlangt die Entwicklung eines Europäischen Aktionsplans, der auf bewährten Verfahren und harmonisierten Richtlinien basiert. Acht Prioritäten, wie die frühzeitige Erkennung, Behandlungspfad-Entwicklung und die Förderung der Sepsis-Forschung, sollen die globale Sepsisagenda 2030 ergänzen. Die „Sepsis Stronger Together“-Initiative setzt sich dafür ein, die Lebensqualität von Sepsis-Überlebenden zu verbessern.
Weitere Informationen und Details zur Pariser Erklärung finden Sie in The Lancet


Global Sepsis Innovations Platform (GSIP)
Die Global Sepsis Alliance (GSA) und die Sepsis Stiftung haben einen Aufruf zur Interessenbekundung veröffentlicht, um der Global Sepsis Innovations Platform (GSIP) beizutreten, die am 30. Januar 2025 ins Leben gerufen wird. Die Plattform verfolgt das Ziel, Innovationen im Bereich der Sepsis zu fördern, indem sie den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Innovatoren, Forschern, medizinischen Fachkräften und Sepsis-Überlebenden unterstützt. Sie wird auch maßgeblich dazu beitragen, die Forschung zu Sepsis zu koordinieren, Empfehlungen für regulatorische Maßnahmen zu entwickeln und die Interessenvertretung auf globaler Ebene voranzutreiben. Die GSIP wird dabei insbesondere den Fokus auf Prävention, Diagnostik und Therapie legen, aber auch innovative Lösungen für Pflege und Rehabilitation nach einer Sepsis anstreben.
über die Global Sepsis Innovation Plattform


Welt-Sepsis-Tag-2024
Am 13 September 2024 fand in Berlin und online der Welt-Sepsis-Tag unter dem Motto „Sepsis geht uns alle an“ statt.
Die erfolgreiche Veranstaltungs-Woche vereinte Expertinnen und Experten, Betroffene sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Medizin, um das Bewusstsein für Sepsis zu schärfen und entscheidende Impulse für eine verbesserte Sepsis-Versorgung zu setzen.
Die Webseite Welt-Sepsis-Tag-2024 bleibt erreichbar und bietet eine Übersicht wichtiger Themen.
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