Sepsis Symptome frühzeitig erkennen

Auch Grippe oder COVID-19 – nahezu jede Infektion kann im Verlauf zu einer Sepsis führen.

Was Sie hier tun können:
• Warnzeichen prüfen
• Dringlichkeit einschätzen
• handeln

Unser Sepsis-Check bietet schnelle Orientierungshilfe.

Unsicher bei Krankheitsgefühl oder Schmerzen?

Empfehlungen, wann auch bei milderen Beschwerden abgeklärt werden sollte – um einem Übergang in einen schweren Verlauf und Sepsis vorzubeugen – erhalten Sie weiter unten auf dieser Seite.

Sepsis-Quick-Check

So sieht der Quick-Check aus:

Schnelle erste Orientierungshilfe. (Der Quick-Check sollte immer in Kombination mit einer ärztlichen Einschätzung verwendet werden).

Quick-Check war unauffällig?
Um einem schweren Verlauf oder einer Sepsis möglichst vorzubeugen, sollten Sie Ihre Beschwerden ernst nehmen.

Hier erfahren Sie, was jetzt wichtig ist und wie Sie weiter vorgehen können:

Geht es um ein Kind? zum Sepsis-Check für Kinder ›

Wichtig zu wissen

Ein roter Strich auf der Haut ist kein sepsisspezifisches Symptom.
Er weist auf eine Infektion einer Lymphbahn hin, die – wie prinzipiell jeder Infekt – zu einer Sepsis führen kann.

Weil Sepsis immer durch eine Infektion ausgelöst wird und deshalb nicht immer, aber häufig mit Fieber oder Schüttelfrost einhergeht, wird Sepsis selbst von medizinischem Personal auf den ersten Blick nicht selten beispielsweise mit einer normal verlaufenden Grippe verwechselt – dadurch geht bis zur richtigen Diagnose wertvolle Zeit verloren.

Fragen Sie beim Kontaktieren der 116 117 oder des Notrufs gezielt nach – könnte es Sepsis sein?

Erweiterter Sepsis-Check

Sind Sie noch unsicher, ob eine Sepsis vorliegen könnte?
Der erweiterte Sepsis-Check ist eine interaktive Liste und stellt vertiefende Fragen zu Symptomen und Vorerkrankungen.

Den inhaltlich gleichen Sepsis-Check als Checkliste/PDF (nicht interaktiv)

Checkliste (als PDF 302KB) ⭳

Sepsis-Check war unauffällig?
Um einem schweren Verlauf oder einer Sepsis möglichst vorzubeugen, sollten Sie Ihre Beschwerden ernst nehmen.

Hier erfahren Sie, was jetzt wichtig ist und wie Sie weiter vorgehen können:

Die häufigsten Sepsis-Symptome

Die Bedrohlichkeit der häufigsten Sepsis-Symptome ist Betroffenen und dem medizinischen Personal zu wenig bekannt.

Wenn eines oder mehrere der folgenden Anzeichen vorliegen, sollte sofort abgeklärt werden, z. B. über die 116 117.

  • nie gekanntes schweres Krankheitsgefühl

  • Puls unter 50 oder über 120 pro Minute

  • feucht-kalte oder marmorierte Haut

  • extreme Schmerzen

Liegt zusätzlich eines dieser Anzeichen vor, ist eine Sepsis hoch wahrscheinlich und es sollte sofort die 112 gewählt werden.

  • Verwirrtheit, Wesensveränderung, Apathie

  • mehr als 20 Atemzüge pro Minute

  • Oberer Blutdruckwert ist kleiner als 100

Fragen Sie gezielt nach: Könnte es Sepsis sein?

Holen Sie im Zweifel ohne Abwarten eine Zweiteinschätzung ein.

Auch ohne die häufigsten Sepsis-Symptome kann eine Sepsis vorliegen. Die typischen Sepsis-Symptome sind nicht spezifisch. Sie können auch Hinweis auf andere akut lebensbedrohliche Erkrankungen sein.

Da Sepsis oft mit häufigen Infektionszeichen wie z. B. Fieber einhergeht, wird sie selbst von medizinischem Personal nicht selten mit einer normal verlaufenden Grippe verwechselt, wodurch wertvolle Zeit verloren geht. (Die Temperatur kann bei Sepsis auch erniedrigt oder sogar normal sein).

Bei Babys und Kindern gibt es je nach alter unterschiedliche Warnzeichen.

Keine Sepsis-Symptome, aber Schmerzen oder Krankheitsgefühl?

Mild verlaufende Virusinfektionen erleben wir sehr häufig.

Wir verbinden ähnliche Symptome oft spontan mit der Erfahrung, dass bei einem Arztbesuch ohnehin nur abwarten empfohlen werden würde.

Ob Abwarten die richtige Entscheidung ist, richtet sich nach der Art, Intensität und vor allem auch dem Verlauf der Symptome und kann nicht pauschal beantwortet werden.

  • Verlauf aufmerksam beobachten

  • bei Unsicherheit möglichst früh die Ursache der Infektion gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt abschätzen: z. B viral oder bakteriell? (Hiernach richtet sich die Behandlung und Symptome können ähnlich wirken)

  • Hinweise ernst nehmen und zeitnah handeln – Hinweise, dass eine sofortige oder sehr zeitnahe Dringlichkeitseinschätzung wichtig sein könnte sind zum Beispiel:

    • plötzliche oder deutliche Verschlechterung

    • ungewohnte neu auftretende Symptome

    • ungewohnte lokalisierte Schmerzen zu denen Allgemeinsymptome hinzukommen

    • sich „anders krank“ fühlen als sonst

    • ungewohntes Gefühl „etwas stimmt nicht“

    • nach Besserung erneute Verschlechterung

    • unerwartet geringe Besserung trotz Behandlung

    Nehmen Sie Ihr Gefühl ernst. Auch wenn Sie den Grund Ihrer Unsicherheit nicht klar benennen können – Ein stark ungewohntes Gefühl kann ein entscheidender Hinweis sein und eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen.

Was jetzt sinnvoll sein kann

Schnelle Hilfe auch nachts und am Wochenende

Bei Unsicherheiten sollte im Zweifel immer abgeklärt und nicht lange abgewartet werden. Der ärztliche Bereitschaftsdienst hilft hierbei auch nachts und am Wochenende.

Wählen Sie hierzu die 116 117. Dort helfen medizinisch geschulte Mitarbeitende und bei Bedarf Ärztinnen und Ärzte dabei, die Dringlichkeit einzuschätzen und geben Ihnen Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Vermuten Sie einen medizinischen Notfall, wählen Sie bitte direkt den Notruf 112.

Was und wie?

Werden Verlauf und Symptome nicht genau genug erfragt, schätzt auch medizinisches Personal ähnlich wirkende Erkrankungen nicht selten auf den ersten Blick falsch ein. Hierdurch kann Zeit verloren gehen und das Risiko für schweren Verlauf oder Sepsis steigen.

Grippeähnliche Symptome - nicht immer eine Grippe
Schmerzen an nahezu jeder Stelle im Körper können auch durch bakterielle Infektionen verursacht werden und im Verlauf zu „grippeähnlichen“ Symptomen führen. Viele bakterielle Infektionen beginnen im Inneren des Körpers und sind von außen zunächst nicht sichtbar.

Hautinfektion - deutlich sichtbar?
Hautinfektionen sind dagegen häufig gut erkennbar. Bei tieferen Hautinfektionen können jedoch auch nur Wärme oder Schwellung auftreten; eine Rötung kann fehlen.

"Das kenne ich so nicht"
Systemische Symptome können bei behandlungsbedürftigen Verläufen rückblickend manchmal als „anders“ wahrgenommen werden, als bisher erlebt.

Gibt ein Wert aus dem Blut Gewissheit?
Bei Unsicherheiten über die Ursache von Infektionen wird noch häufig der Laborwert C-reaktives Protein (CRP) gemessen. Der CRP-Wert kann bei bakteriellen Infektion und Sepsis erhöht sein. Ein fehlender CRP-Anstieg schließt eine bakterielle Infektion oder Sepsis jedoch nicht aus! Deshalb wird in den Behandlungsleitlinien zur Diagnose- und Therapiesteuerung der Marker Procalcitonin empfohlen. Blutwerte sollten außerdem in Kombination mit dem Gesamtbild aus Symptomen und Verlauf bewertet werden.

Weshalb genauer Austausch so wichtig ist

Es kann sehr hilfreich sein, sich vor dem Arztgespräch Stichpunkte zu notieren.

Verläufe und Symptome sind hoch individuell und dienen hier lediglich als Beispiele, wie eine Vorbereitung aussehen könnte:

Tipps für Arztgespräche

(Welche Symptome habe ich, wie stark sind sie und wie fühlen sie sich an?)

„Ich habe starke Bauchschmerzen, auf einer Skala bei 7 von 10. Die Schmerzen sind wie ein Stechen und Ticken"

(Fühlt sich etwas anders an, als ich es bisher erlebt habe?)

"Der Schüttelfrost fühlt sich anders an, als ich es kenne. Eher so, als wäre das Zittern fremdgesteuert“

Kenne ich das so?

(Welche Symptome waren zuerst da, welche kamen dazu?)

„Die Bauchschmerzen waren als erstes da. Sie sind stärker geworden und nach zwei Tagen, also heute Morgen, kamen Fieber und Krankheitsgefühl dazu"

Was war zuerst da?

Bin ich besorgt?

(Mache ich mir Sorgen um etwas bestimmtes?)

"Sie vermuten ja, es ist eine Grippe. Könnte es auch etwas anderes sein? Es fühlt sich wirklich anders an. Könnten wir das zur Sicherheit weiter abklären?“

Sepsis entsteht nicht durch einen spezifischen Erreger, sondern ist die extremste Verlaufsform und Haupttodesursache von Infektionen.

Sepsis kann aus

  • nahezu jeder bakteriellen Infektion (z. B. Harnwegsinfekt, Lungenentzündung, Infektionen im Bauchraum, Hautinfektionen etc.)

  • nahezu jeder viralen Infektion (z. B. Influenza, COVID-19 etc.)

  • seltener durch Infektionen mit Pilzen (z. B. Candida)

  • oder selten durch Infektionen mit Parasiten (z. B. Malaria) entstehen.

Bei bakteriellen Infektionen könnte der Entstehung einer Sepsis in vielen Fällen besonders wirksam vorgebeugt werden. Denn bakterielle Infektionen

  • sind heute meist gut behandelbar, wenn sie erkannt werden

  • zeigen allerdings oft Symptome, die auf den ersten Blick anderen Ursachen stark ähneln können

  • beginnen meist zunächst unerkannt an einer Stelle im Körper und verursachen lokale Beschwerden, die meist nicht von außen sichtbar sind und nicht immer als bakterielle Infektion erkannt werden

  • führen im weiteren Verlauf oft zu "grippeähnlichen" Symptomen, die selbst von medizinischem Personal manchmal vorschnell für einen Virusinfekt gehalten werden können, und in solchen Fällen nicht rechtzeitig behandelt werden. Dies erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf oder Sepsis.

Wichtig zu wissen

Ärztinnen und Ärzte beurteilen Infektionen anhand verschiedener Faktoren, zum Beispiel:

  • Beschreibung der Symptome

  • körperliche Untersuchung

  • bei Bedarf Blutuntersuchungen

Für eine korrekte Einordnung ist es wichtig, dass Symptome und auch der Verlauf möglichst genau erfragt und erfasst werden.

Bei Unsicherheiten über die Ursache wird häufig ein bestimmter Laborwert gemessen, das C-reaktive Protein (CRP). Ein erhöhter CRP-Wert kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Ein fehlender CRP-Anstieg schließt eine bakterielle Ursache jedoch nicht sicher aus. Deshalb sollte CRP immer zusammen mit Symptomen, Verlauf und bei Bedarf weiteren Laborwerten beurteilt werden.


Ein Großteil der Infekte verläuft mild und heilt folgenlos aus. Bei Unsicherheiten kann eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt jedoch besonders wertvoll sein.

Beispiel für die Ähnlichkeit mancher bakterieller Infektionen mit Virusinfektionen
(Diese Beispiele dürfen niemals zur Selbstdiagnose verwendet werden. Symptome sind hoch individuell)

Für die ärztliche Einschätzung kann die genaue Beschreibung des Verlaufs, der Kombination der Symptome und der persönlichen Empfindungen sehr hilfreich sein.

Beispiel:
„Die Bauchschmerzen sind stark und werden stärker. Sie waren bereits vor den systemischen Symptomen da. Der Schüttelfrost fühlt sich anders an als bisher erlebt.“

Stärkere Schmerzen an nahezu jeder Stelle im Körper können auch durch bakterielle Infektionen verursacht werden und im Verlauf zu „grippeähnlichen“ systemischen Symptomen führen. Viele bakterielle Infektionen beginnen im Inneren des Körpers und sind von außen zunächst nicht sichtbar.

Hautinfektionen sind dagegen häufig gut erkennbar. Bei tieferen Hautinfektionen können jedoch auch nur Wärme oder Schwellung auftreten; eine Rötung kann fehlen.

Systemische Symptome können bei schweren Verläufen sowohl bei viraler als auch bei bakterieller Ursache rückblickend manchmal als „anders“ wahrgenommen werden, als bisher erlebt.

Beispiel:
„Der Schüttelfrost fühlte sich nicht wie normales Frösteln an, sondern eher wie ein Zittern, das sich fremdgesteuert angefühlt hat.“

Diese Beispiele sollen lediglich zeigen, dass es für Ärztinnen und Ärzte sehr wichtig sein kann, wenn Sie Ihre Empfindungen ernst nehmen – auch wenn Sie sie selbst nicht einordnen können. Solche Beschreibungen können wertvolle Hinweise für die ärztliche Einschätzung geben.

Bei Unsicherheiten kann es hilfreich sein, wenn Sie

  • Ihr eigenes Gefühl und bestehende Sorgen ernst nehmen und gezielt ansprechen

  • bei Unsicherheiten gezielt nachfragen

  • Symptome und insbesondere auch den Verlauf möglichst genau beschreiben (z. B. durch vorheriges Notieren wichtiger Stichpunkte)

  • Jeder Mensch kann auch Fehler machen: Wenn Sie das starke Gefühl haben, dass Ihre Sorgen nicht wahrgenommen werden, kann es sinnvoll sein eine Zweitmeinung einzuholen. Dies ist auch über die 116 117 möglich.

Tipps für Arztgespräche

Die Einordnung ist einer Erkrankung ist meist auf einen genauen Austausch zwischen Patientin oder Patient und dem ärztlichen Team angewiesen.

Es kommt vor, dass auch Ärztinnen und Ärzten z. B. eine bakterielle Infektion zunächst auf den ersten Blick als viral, oder einen schwereren Verlauf zunächst als nicht behandlungsbedürftig einschätzen. Bestehende Sorgen ernst zu nehmen und anzusprechen, ist deshalb entscheidend.

  • Verlauf aufmerksam beobachten

  • bei Unsicherheit möglichst früh die Ursache der Infektion gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt abschätzen: viral oder bakteriell?

    Symptome können sehr ähnlich sein

    Die Behandlung einer Infektion richtet sich maßgeblich nach ihrer Ursache.

    • Virale Infektionen: werden bei mildem Verlauf häufig zunächst beobachtet. Medikamente richten sich meist nicht gegen die Viren, sondern werden zur Linderung von Symptomen eingesetzt. Gegen manche Viren können bei Bedarf gezielte antivirale Medikamente (Virustatika) eingesetzt werden. Antibiotika sind gegen Viren unwirksam.

    • Bakterielle Infektionen: häufig kann – je nach ärztlicher Einschätzung – eine möglichst frühzeitige Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig sein.

  • Hinweise ernst nehmen – Hinweise darauf, dass eine Dringlichkeitseinschätzung sinnvoll sein kann, sind zum Beispiel:

    • ungewohnte neu auftretende Symptome

    • neue lokalisierte Schmerzen zu denen Allgemeinsymptome hinzukommen

    • plötzliche oder deutliche Verschlechterung

    • sich „anders krank“ fühlen als sonst

    • ungewohntes Gefühl „etwas stimmt nicht“

    • nach Besserung erneute Verschlechterung

    • unerwartet geringe Besserung trotz Behandlung

    (Diese Anzeichen sind unspezifisch und können viele Ursachen haben – im Zusammenhang mit einem Infekt sollten sie jedoch ernst genommen werden).

  • bei Bedarf rechtzeitig eine angemessene Behandlung zu beginnen.

    Wenn ein Antibiotikum verschrieben wurde, die Einnahme auch bei Besserung der Symptome nicht eigenständig abzubrechen.

  • auch wenn Sie den Grund Ihrer Unsicherheit nicht klar benennen können – zeitnah eine Dringlichkeitseinschätzung einzuholen und dabei Ihr Gefühl und auch subtile Beobachtungen und Sorgen so genau wie möglich anzusprechen. Ein ungewohntes Gefühl kann ein entscheidender Hinweis sein und eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen.


  • Unsicherheiten und Hinweise auch dann ernst zu nehmen, wenn eine ärztliche Einschätzung bereits erfolgt ist.

Für Dringlichkeitseinschätzungen können Sie auch nachts und am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 kontaktieren.

Dort helfen medizinisch geschulte Mitarbeitende und bei Bedarf Ärztinnen und Ärzte dabei, die Dringlichkeit einzuschätzen und geben Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

So beugen Sie Komplikationen jetzt vor

Sepsis-Check als Text:

Die typischen Sepsis-Symptome sind nicht spezifisch. Sie können auch Hinweis auf andere akut lebensbedrohliche Erkrankungen sein. Doch die Bedrohlichkeit dieser Symptome ist Betroffenen und dem medizinischen Personal zu wenig bekannt.

Weil Sepsis immer durch eine Infektion ausgelöst wird und deshalb nicht immer, aber häufig mit Fieber oder Schüttelfrost einhergeht, wird diese selbst von medizinischem Personal auf den ersten Blick nicht selten beispielsweise mit einer normal verlaufenden Grippe verwechselt – dadurch geht bis zur richtigen Diagnose wertvolle Zeit verloren.

  • nie gekanntes schweres Krankheitsgefühl

  • Puls unter 50 oder über 120 pro Minute

  • Feuchte-kalte oder marmorierte Haut

  • Extreme Schmerzen

  • Verwirrtheit, Wesensveränderung, Apathie

  • Mehr als 20 Atemzüge pro Minute

  • Oberer Blutdruckwert ist kleiner als 100

Wenn eines oder mehrere der folgenden Anzeichen vorliegen, sollte sofort abgeklärt werden, z. B. über die 116 117.

Liegt zusätzlich eines dieser Anzeichen vor, ist eine Sepsis hoch wahrscheinlich und es sollte sofort die 112 gewählt werden.

Diese Übersicht ist nicht vollständig. Auch andere oder weniger typische Symptome können auftreten.

Fragen Sie beim Kontaktieren der 116 117 oder des Notrufes gezielt nach –könnte es Sepsis sein?

Die meisten Infekte verlaufen mild und heilen von selbst aus – bei bestimmten Hinweisen kann allerdings eine zeitnahe oder sofortige Behandlung entscheidend sein.

Im Verlauf dieser Seite erhalten Sie Hinweise zum Umgang mit Infekten sowie Tipps und Handlungsempfehlungen um einer Sepsis vorzubeugen. Am Ende der Seite erhalten Sie außerdem abschließende Empfehlungen zum Sepsis-Check für Erwachsene und Kinder.

Der Sepsis-Check ergab keinen Handlungsbedarf?
Das schließt Handlungsbedarf nicht aus.

Ärztinnen und Ärzte beurteilen Infektionen anhand verschiedener Faktoren, zum Beispiel:

  • Beschreibung der Symptome

  • Beschreibung des Verlaufs

  • körperliche Untersuchung

  • bei Bedarf Blutuntersuchungen

Für eine korrekte Einordnung ist es wichtig, dass Symptome und auch der Verlauf möglichst genau erfragt und erfasst werden.

Bei Unsicherheiten über die Ursache wird häufig ein bestimmter Laborwert gemessen, das C-reaktive Protein (CRP). Ein erhöhter CRP-Wert kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Ein fehlender CRP-Anstieg schließt eine bakterielle Ursache jedoch nicht sicher aus. Deshalb sollte CRP immer zusammen mit Symptomen, Verlauf und bei Bedarf weiteren Laborwerten beurteilt werden.

Tipps für Arztgespräche zur Einordnung von Infekten

Die Einordnung ist meist auf einen genauen Austausch zwischen Patientin oder Patient und dem ärztlichen Team angewiesen. Es kann vorkommen, dass auch Ärztinnen und Ärzte eine bakterielle Infektion zunächst auf den ersten Blick als viral und nicht behandlungsbedürftig einschätzen.

Ein Großteil der Infekte verläuft mild und heilt folgenlos aus. Bei Unsicherheiten kann eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt jedoch besonders wertvoll sein.

Beispiel für die Ähnlichkeit mancher bakterieller Infektionen mit Virusinfektionen
(Diese Beispiele dürfen niemals zur Selbstdiagnose verwendet werden. Symptome sind hoch individuell)

Für die ärztliche Einschätzung kann die genaue Beschreibung des Verlaufs, der Kombination der Symptome und der persönlichen Empfindungen sehr hilfreich sein.

Beispiel:
„Die Bauchschmerzen sind stark und werden stärker. Sie waren bereits vor den systemischen Symptomen da. Der Schüttelfrost fühlt sich anders an als bisher erlebt.“

Stärkere Schmerzen an nahezu jeder Stelle im Körper können auch durch bakterielle Infektionen verursacht werden und im Verlauf zu „grippeähnlichen“ systemischen Symptomen führen. Viele bakterielle Infektionen beginnen im Inneren des Körpers und sind von außen zunächst nicht sichtbar.

Hautinfektionen sind dagegen häufig gut erkennbar. Bei tieferen Hautinfektionen können jedoch auch nur Wärme oder Schwellung auftreten; eine Rötung kann fehlen.

Systemische Symptome können bei schweren Verläufen sowohl bei viraler als auch bei bakterieller Ursache rückblickend manchmal als „anders“ wahrgenommen werden, als bisher erlebt.

Beispiel:
„Der Schüttelfrost fühlte sich nicht wie normales Frösteln an, sondern eher wie ein Zittern, das sich fremdgesteuert angefühlt hat.“

Diese Beispiele sollen lediglich zeigen, dass es für Ärztinnen und Ärzte sehr wichtig sein kann, wenn Sie Ihre Empfindungen ernst nehmen – auch wenn Sie sie selbst nicht einordnen können. Solche Beschreibungen können wertvolle Hinweise für die ärztliche Einschätzung geben.

Bei Unsicherheiten kann es hilfreich sein, wenn Sie

• Ihr eigenes Gefühl und bestehende Sorgen ernst nehmen und gezielt ansprechen

• gezielt nachfragen

• Symptome und insbesondere auch den Verlauf möglichst genau beschreiben (z. B. durch vorheriges Notieren wichtiger Stichpunkte)

• Jeder Mensch kann auch Fehler machen: Wenn Sie das starke Gefühl haben, dass Ihre Sorgen nicht wahrgenommen werden, kann es sinnvoll sein eine Zweitmeinung einzuholen. Dies ist auch über die 116 117 möglich.

Symptome sind hoch individuell, und die folgenden Auszüge sollten nicht für eine Selbsteinschätzung verwendet werden.

Manchmal wird Schüttelfrost erlebt, der sich anders anfühlt als von normal verlaufenden Virusinfekten gewohnt.

  • Schüttelfrost der sich wie "das Zittern kommt nicht von mir" anfühlt

  • ungewohnt starker Schüttelfrost

  • Schüttelfrost in ungewohnten Intervallen

  • ungewohnt lange anhaltender Schüttelfrost

  • Schüttelfrost der NICHT zu Fiber führt

  • Schüttelfrost ohne das Gefühl zu frieren oder mit ungewohntem Themperaturempfinden

  • Gefühl von extremer Kälte

Manche Betroffene erleben ein Krankheitsgefühl, dass sich nicht wie bei bisher gewohnten, normal verlaufenden Virusinfektionen anfühlt, sie erleben beispielsweise

  • sich "anders krank" zu fühlen

  • sich ungewohnt strak krank zu fühlen

  • oder ein starkes Gefühl von Schwäche

Einige Betroffene erleben, dass ungewohnte Begleitsymptome auftreten, wie

  • starke Schmerzen, z. B. an einer Stelle im Körper (dies kann der Ort sein an dem eine zunächst lokale Infektion oft unbemerkt entstand)

  • hat die Infektion dort begonnen, sind auch bei bakteriellen Infektionen Schmerzen an Regionen möglich die wir von normal verlaufenden Virusinfekten kennen z. B. Halsschmerzen, Husten, Bauchschmerzen, Schnupfen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen

Manchmal erleben Betroffene auch ungewohntes Verhalten oder psychische Veränderungen

  • ein Drang, sich aufsetzen oder umhergehen zu "müssen"

  • oder starker Verlust von Interesse

  • oder neu auftretende Angstgefühle "da stimmt etwas nicht"

Erlebnisse von Patienten die keine oder (noch) keine Sepsis hatten, aber eine Infektion mit schwerer verlaufenden Infektionen

Hören Sie auf Ihr Gefühl und holen Sie bei Unsicherheit zeitnah weiteren Rat ein – alle unsere Orientierungshilfen sollten immer in Kombination mit ärztlicher Einschätzung verwendet werden.

Sie erhalten sofortige Unterstützung bei der Dringlichkeitseinschätzung der Symptome auch nachts und am Wochenende über die 116 117.

Abschließende Handlungsempfehlungen zum Sepsis-Check

Sie oder die betreffende Person haben bereits ärztliche Hilfe in Anspruch genommen?
Holen Sie sich bei Unsicherheiten oder plötzlicher Verschlechterung eine zweite Einschätzung ein. Dies ist auch Nachts und am Wochenende über die 116 117 möglich.

Wenn der Sepsis-Check keinen akuten Handlungsbedarf erkennen lässt, schließt dies eine behandlungsbedürftige Erkrankung oder beginnende Sepsis nicht sicher aus.

Beschreiben Sie Symptome genau und fragen Sie gezielt nach: Könnte es Sepsis sein?

Vermuten Sie eine Sepsis oder einen anderen lebensbedrohlichen Notfall, wählen Sie bitte sofort den Notruf 112.

Wenden Sie sich bei Fragen auch gerne an unser kostenfreies Beratungstelefon am Ende dieser Seite oder über den folgenden Link:

Kostenfreies Beratungstelefon der Sepsis-Stiftung

Qualitätssicherung
Seiteninhalt zuletzt geprüft: 23.03.2026

Literatur (Auswahl)
Surviving Sepsis Campaign 2026 (Intensive Care Med.); Singer 2016 (JAMA); Evans 2021 (Intensive Care Med.); Rudd 2020 (Lancet); S3-Leitlinie Sepsis (AWMF 079-001); WHO Sepsis Resolution 2017; WHO Sepsis Report 2017; NICE 2016 (NG51); NEWS2 2017 (RCP); Van den Bruel 2010 (The Lancet); Van den Bruel 2012 (BMJ); Stolper 2013 (BMC Fam Pract.)

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